Im Internet erfolgreich suchen, heißt die goldene Nadel im Terabyte-Heuhaufen finden. Hier ist eine kleine Auswahl von Möglichkeiten, mit denen man (fast immer kostenlose) Marktstudien im Internet findet. Dieser Recherche-Tipp erschien auch, leicht verändert, als Gastbeitrag für ONEtoONE.
Daten- und Quellenlieferant Wikipedia
Erste Informationen bietet häufig ein Wikipedia-Eintrag zu dem Produkt, das im Mittelpunkt der gesuchten Marktstudie steht. Häufig finden sich hier aktuelle Zahlen zum Produkt, Hinweise auf Verbände und weitere Links, insbesondere zu den Quellen der Daten. Oft finden sich am Ende des Artikels in den” Weblinks” hervorragende Quellen.
Ein anschauliches Beispiel liefert das Stichwort “Automobil” und die dazu gehörende Unterseite „Automobil/Tabellen und Grafiken“. Gibt man im Wikipedia-Suchfeld den noch präziseren Begriff “Kraftfahrzeugbestand” ein, erhält man eine Fülle von Daten zu diesem Thema unter diversen Wikipedia-Stichworten.
Erfolg mit Suchstrategien
Der häufigste Startpunkt für eine Suche im Internet ist in Deutschland Google.de. Doch häufig bringt hier die Eingabe eines Wortes zu viele Ergebnisse – “Marktstudie” – liefert z. B. eine knappe halbe Million Internetseiten.
Bessere Ergebnisse erhält man meist, wenn man vor der Suche eine Suchstrategie entwickelt. Sie besteht aus mindestens drei Überlegungen:
- Mit welchen Worten aus der englischen und deutschen Sprache lässt sich die gesuchte Marktstudie genau beschreiben? Hilfe leisten hier ein Englisch- (www.leo.org) und ein Synonymlexikon (synonyme.woxikon.de).
- In welchen Dateiformaten werden die Ergebnisse vorliegen? Die Antwort ist bei Marktstudien bekannt: Sie liegen häufig als PDF- oder Powerpoint-Datei vor.
- Welche möglichen Suchseiten, Institutionen, Organisationen und Websites könnten die gesuchten Marktstudien und verwandte Informationen anbieten?
Einige Google-Tricks
Die erste Überlegung konzentrierte sich auf die Worte, die die gesuchte Marktstudie möglichst genau beschreiben. Diese werden in das Google-Suchfeld eingegeben. Es könnten z. B. folgende drei Worte sein: Marktstudie Direktmarketing Dialogmarketing. Die Ergebnisse sind aber immer noch nicht zufriedenstellend.
Jetzt kommt die zweite Überlegung zum Zug: Die Suchergebnisse werden meist besser, wenn man nur nach bestimmten Dokumentarten sucht: Dazu klickt man rechts neben dem Google-Suchfeld auf “Erweiterte Suche“.
Unter “Dateiformat” kann nun die Einschränkung “PDF-Datei” oder “Powerpoint-Präsentation” eingestellt werden.
Möglichst aktuelle Ergebnisse erhält man über die Einstellungen unter “Datum” . Eine interessante Suchoption ist auch “Position”. Wählt man hier “im Titel der Seite” aus, erhält man nur Ergebnisse, die die Suchbegriffe im Titel einer Webseite enthalten. Das reduziert gewaltig die Menge der Ergebnisse. Mehr Informationen zu den Google-Suchmöglichkeiten erhält man nach dem Anklicken von “Hilfe” (ganz klein, unten in der Fußzeile).
Google findet nur wenige Informationen aus dem Internet
Nach Schätzungen weist Google nur zwischen 0,25% bis unter 10% der Informationen nach, die man über das Internet finden kann. Einer der vielen Gründe dafür: Viele Informationen liegen in Formaten vor, die Suchmaschinen nicht lesen können: Die Deutsche National Bibliothek (DNB) weist z. B. alle seit 1913 erschienen Bücher und andere Publikationen nach, z. Z. sind das mehr als 25 Millionen Nachweise (www.d-nb.de). Doch über Google findet man davon nur wenige Seiten: Informationen über die Bibliothek und einige Such-Startseiten verschiedener Medien-Kataloge. Über die Suchseiten kann man dann, in dem – von Google nicht nachgewiesenen – Gesamtbestand, recherchieren.
Der allergrößte Teil der Informationen des Internets befindet sich in solchen “unsichtbaren Netzen” . Deshalb ist die dritte Überlegung nach den möglichen Suchmaschinen, Institutionen und Websites, die die Informationen liefern könnten, einer der wichtigsten.
Suchmaschinen für Markt-Studien
Spezialisierte Suchmaschinen für Marktstudien liefern meist Nachweise für kostenpflichtige Studien. www.markt-studie.de versteht sich als “unabhängiges Recherche- und Verkaufsportal für kostenpflichtige Marktstudien unterschiedlicher Herausgeber” . Es weist ca. 60.000 Marktstudien nach.
(Teilweise) kostenlose Marktstudien findet man in den Suchmaschinen von Horizont und w&v. Meist finden Sie auch hier eine kurze Zusammenfassung der Studien.
Verbände liefern Marktdaten
Viele Marktinformationen erhält man über Verbände, denn sie erheben häufig Daten für ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit. Man findet die für ein Thema relevanten Verbände über die Suche von www.verbaende.com und www.verbandsforum.de. Die Marktinformationen finden sich dann auf den angegebenen Verbandsseiten unter Menüpunkten wie “Studien” , “Daten und Fakten” oder “Marktdaten”, manchmal auch unter “Publikationen”.
Spezialisierte Seiten, die regelmäßig Studien veröffentlichen
Weiterhin gibt es für verschiedene Themen spezialisierte Seiten. Hier einige Beispiele regelmäßig erscheinender Marktinformationen:
Studien zur Konjunktur- und Wirtschaftslage findet man auf den Seiten verschiedener Wirtschaftsinstitute. Mehrfach jährlich erscheinen Wachstums- und Konjunkturanalysen, z. B. beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung.Statistiken rund um Deutschland findet man über das Statistik-Portal aller Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Mehr Links zu Wirtschaftsdaten finden Sie auch hier.
Auch der Direkteinstieg beim Statistischen Bundesamt bringt viele Ergebnisse. Unter dem Menüpunkt “Publikationen, Querschnitt” finden sich eine Fülle statistischer Ergebnisse, u.a. das komplette Statistische Jahrbuch als kostenloser Download.
Europäische Statistiken liefert die Europäische Kommission unter http://ec.europa.eu/eurostat. Als führendes Statistik-Portal zu allen Arten von Statistiken versteht sich www.statista.de. Die Ergebnisse sind hier allerdings teilweise kostenpflichtig. Eine umfangreiche Linksammlung bietet ChrisMaven. Mehr Links zu Statistiken finden Sie auch hier.
Viele Studien erhält man auch über Landes- und Bundesministerien, meist unter dem Stichwort “Publikationen” . Ein idealer Startpunkt ist www.bund.de, dem zentralen Zugang von Bund und Ländern zu deren Informationsangeboten im Internet. Über den Reiter “Behörden” und einem dann einzugebenden Suchbegriff findet man die entsprechenden staatlichen Stellen. Links zu den wichtigsten Bundesministerien und Ihren Publikationsseiten finden Sie hier.
Werbetrends veröffentlichen u.a. www.nielsen-media.de. Die Entwicklung der Werbebranche aus der Sichtweise von Agenturchefs präsentiert der Gesamtverband Kommunikationsagenturen unter der Rubrik Themen-Wissen. Aktuelle Entwicklungen im Dialogmarketing präsentiert der DDV mit seinem Dialog-Barometer (Im Suchfeld “Barometer” eingeben). Studien zur nationalen und internationalen Lage unserer Branche veröffentlicht jährlich die Deutsche Post unter www.deutschepost.de/dmm. Weitere Studien bieten auch post.at und post.ch.
Branchendaten und Informationen über Zielgruppen liefern viele große Verlage kostenlos auf ihren Mediaplanungsseiten, wie z. B. über www.medialine.de (Reiter “Marktinformation, Marktanalysen”). Weitere Quellen sind z. B. www.axelspringer-mediapilot.de (“Branchen & Werbemarkt“) oder www.bauermedia.de (Reiter “Studien”). Weitere Links zu Daten über die Werbemärkte, Mediaplanerstudien und zu Marktstudien finden Sie hier.
Informationen aus den verschiedenen Markt-Media-Studien findet man mit dem Zielgruppenfinder von www.pz-online.de. Er bietet dem Nutzer einen schnellen Überblick in Form von kompakten Übersichtsmatrizen über die 17 wichtigsten Markt-Media-Studien.
Branchendaten zur Kreativwirtschaft liefert www.kreativwirtschaft-deutschland.de (Reiter “Information” bzw. in den kostenlos downloadbaren Jahrbüchern für Kulturwirtschaft).
Daten zur Nutzung der Printmedien findet man unter www.stiftunglesen.de, www.die-zeitungen.de und www.deutsche-fachpresse.de.
Daten zur Nutzung des Internets findet man im (N)Onliner-Atlas. Er gilt als Deutschlands größte Studie zu diesem Thema. Eine Fülle von Studien liefert der Bundesverband der digitalen Wirtschaft (www.bvdw.de, Reiter “Medienbibliothek, Typ: Marktzahlen und Studien” ). Weitere Quellen sind: www.agof.de, www.ard-zdf-onlinestudie.de, die Forschungsgruppe Wahlen (www.forschungsgruppe.de, Menüpunkt “Umfragen und Publikationen, Internetstrukturdaten“) und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (www.bitkom.org, Reiter “Markt & Statistik“). Weitere Links rund um die Kreativwirtschaft sowie On- und Offline-Instrumente des Dialogmarketings finden Sie hier.
Linkverzeichnisse
Thematisch orientierte Linklisten, wie z. B. Social Bookmarks Seiten, können ebenfalls hilfreich sein. So liefern unter dem Stichwort “Marktstudie” www.oneview.de oder www.mister-wong.de erste brauchbare Ergebnisse.
Mehr Links und Recherche-Tipps auf diesem Blog
Linkseiten rund um das Finden von Studien gibt es hier unter dem Reiter “Ressourcen”. Recherche-Tipps sind im Inhaltsverzeichnis unter dem Schlagwort “Recherche”. Noch mehr Tipps und Tricks erhalten Sie persönlich im Seminar zur Internetrecherche. (vgl. rote Pfeile in Abbildung).
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Zum Gastbeitrag in ONEtoONE




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Danke – noch ein paar Sachen, die ich nicht kannte. Da Sie sich auch mit statistischen Fragestellungen befassen – auf meinem Blog befindet sich eine der umfangreichsten Link-Listen zu hunderttausenden statistischen und demographischen Quellen : Statistics Reference List (http://crisismaven.wordpress.com/references/). Eine faszinierende Anwendung der Statistik ist mittlerweile die graphische Aufbereitung (Visualisierung) – ich habe hunderte Beispiele hier zusammengestellt: Data Visualisation References (http://crisismaven.wordpress.com/references/references-subjects-covered/data-structuring/data-visualisation-references/). Wenn Ihnen noch etwas fehlt oder Sie selbst noch Links kennen , hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.
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Herzlichen Dank für Ihren Hinweis
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